Autor Thema: Ironman 70.3 Rapperswil- Racebericht von Thomas Müller  (Gelesen 4417 mal)

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Mein erster IRONMAN 70.3
Das ganze Abenteuer begann mit einem kühnen Blitzentscheid meinerseits 1 Woche vor dem Start. Am Samstagmorgen um 0.30h meldete ich mich im Internet an und bezahlte die stolze Zeche von fast CHF 300.--, für mich auch ein Novum. Vorausgegangen war eine sehr gute Trainingswoche nach dem Sparkassen-Triathlon sowie die vielen Startenden aus unserem Verein.

Nach langem Hin und Her entschloss ich mich doch, bereits am Samstag nach Rapperswil zu fahren und bereits einzuchecken, da die Wettkampfbesprechung obligatorisch war. Doch musste ich um 16.30h bereits wieder zu Hause sein, eine Einladung stand bevor. Am Sonntag Morgen früh um 6.30h dann wieder nach Rapperswil, die dunklen Wolken verhiessen nichts Gutes. Um ca. 8.00h schüttete es über dem Zielgelände wie aus Kübeln und rang mir ein stilles Fluchen ab. Ca. 30 Min. später war dann der Spuk glücklicherweise vorbei, und ich konnte nun meinen Wechselplatz einrichten.

Um 10.20h der Schwimmstart im Zürichsee, eine einfache, gerade Strecke von 1.9km, was mir entgegen kam. Der Start war problemlos. Während des Schwimmens stellte ich jedoch immer wieder fest, dass es mich "nach links zog" und ich so einfach entlang der gesetzten Bojen schwamm und dadurch unnötige "Mehr-Meter" verhindern konnte. Das Gros der Wettkämpfer schwamm mehr rechts, also abseits der Ideallinie, was mich schon etwas irritierte. Das Schwimmen selbst lief mir recht gut, trotzdem war ich dann nicht unglücklich, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Die begeisterte Menschenmenge am Strand "trug" einem -mit Neo oben ohne - quasi in die Wechselzone. Dort fand ich glücklicherweise an meinem Platz noch alles so vor wie ich ihn eingerichtet hatte. Schnell den Neo weg, Brille, Helm, Startnummer anlegen und barfuss mein racebike schiebend aus der Wechselzone flüchtete.

Nach dem "Balken" gleich im ersten Anlauf auf das Rad gesprungen und auf den Veloschuhen tretend die ersten paar hundert Meter gefahren, bevor ich die in die Schuhe schlüpfte. Hier zeigten sich schon die erste Erfolge des Wechselzonentrainings mit Daniel! Auf der Radstrecke kam ich im Flachen gut voran und staunte immer wieder ob der hohen Tacho-Geschwindigkeit. Am Berg bei "Witches Hill" sowie am "The Beast" bis "Golden Station" hütete ich mich jedoch, viele Körner zu verbrauchen. Die gemachten Erfahrungen in Rheinfelden 2011 auf der Laufstrecke sassen noch tief. Auf der zweiten Runde fand ich mich dann immer besser zurecht und stieg schliesslich mit 3:01.20 barfuss vom Rad. Den Wechselsplit gelang mir schon schneller, war aber ok.

Mit einer bereit gelegten Sponsortube in der Hand nahm ich die Laufstrecke in Angriff, zuerst in gemässigtem Tempo, da ich demnächst erste Krampferscheinungen in den Beinen erwartete, die jeweils nach 4-5km dann immer mal wieder spürbar & flüchtig auftauchten. Doch Gel, Wasser und ein Becher Bouillon an den Verpflegungsposten brachten muskelmässig immer wieder alles ins Lot. Das Wetter hielt sich nachwievor gut, kein Regen, etwas windig aber angenehm. Die Treppe im Stadtzentrum lief ich jeweils, um keine Wadenkrämpfe auszulösen. Zudem staunte ich bis dahin immer wieder über die roten und gelben Armringe, die andere Mitstreiter trugen und ich als zu schmale Schweissbänder deutete. Als ich dann auch das erste rote Armband erhielt wusste ich, woher und für was sie bestimmt waren. Eine Klasse für sich war dann jeweils die tolle Unterstützung von Ursl, Andy und Christine an der Wende beim Eisstadion. Immer noch positiv erstaunt über meine sich gut anfühlenden Beine begann ich die zweite Runde schneller zu laufen, was ich dann auch grösstenteils beibehalten konnte. Am Seedamm war es mittlerweile ratsam, die Mütze auf dem Kopf mit einer Hand festzuhalten und zu verhindern, dass diese der mittlerweile recht starke Wind wegblies. Langsam kam das Ziel näher und näher, und ich erhöhte nochmals das Tempo. Dabei empfand ich ein tolles Gefühl, und auf den letzten Metern vor dem Ziel überholte ich, wieder mit lauthalser Unterstützung der unsrigen, im Schlussspurt noch einen Athleten. Ich hatte das lange Zeit nicht Geglaubte geschafft, und das in einer für mich beachtlichen Zeit. Ich war sehr zufrieden mit meiner Leistung und der Kräfteeinteilung. Gleich nach dem Zieleinlauf wurde jeder Athlet in eine goldene Folie eingewickelt, was in der Eishalle ein tolles Bild abgab. Dort nahm ich meine Wettkampfzeit, die Medaille und das Finishershirt entgegen. Mittlerweile hatte es wieder zu regnen angefangen, doch schnell wieder nach draussen und noch Günter beim Zieleinlauf unterstützen. Später assen wir zusammen in der Eishalle warme Teigwaren mit Sauce, Cola usw. Etwas Feines nach den vielen Gel's und Powerbars. Zufrieden mit mir selbst nahm ich später den Heimweg wieder in Angriff.

Thomas

MarkusM

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Re:Ironman 70.3 Rapperswil- Racebericht von Thomas Müller
« Antwort #1 am: 21. Juni 2012, 12:01:17 »
Hoi Thomas

Super Rennbericht, Danke!

Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Wettkampf!

Grüsse
MarkusM